WAHLKREIS HUSUM-EIDERSTEDT22. September 2010
Nach der Finanzkrise stand in diesem Jahr auch das Thema Finanzierungsengpässe
In meinem Wahlkreis Nordfriesland/Dithmarschen-Nord ist die Bundeswehr vergleichsweise noch immer überproportional präsent. Bei einer neuerlichen Stationierungsrunde wird deshalb auch in dieser Region mit weiteren Einschnitten zu rechnen sein. Um so wichtiger ist es, rechtzeitig die Fähigkeiten und Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten, die bei einer vergleichenden Betrachtung für den Erhalt und Verbleib der Truppenteile und der Standorte an der Westküste sprechen, so Liebing zum Ziel der Informationsreise quer durch Nordfriesland von Seeth über Husum nach Ladelund. Hausherr in der Stapelholmer Kaserne in Seeth, die über eine gute Infrastruktur und einen direkt angrenzenden Standortübungsplatz verfügt, ist das Lazarettregiment 11 mit über 600 Soldaten und Zivilbediensteten und bis zu 192 Rekruten. Wesentliche Aufgabe des Verbandes, so der Kommandeur und Standortälteste Oberfeldarzt Dr. Arne Müller, ist der stufenweise Aufbau modularer Sanitätseinrichtungen wie ein Krankenhaus im Wald als Rettungszentrum. Zudem ist das Lazarettregiment in der Lage, mit kurzer Reaktionszeit in dringenden Fällen personell, technisch und logistisch Not- und Amtshilfe bei Naturkatastrophen und schweren Unglücksfällen zu leisten, z.B. beim Krankentransport. Damit ist der Sanitätsverband für die Westküste ein wichtiger Faktor für die zivilmilitärische Zusammenarbeit in Katastrophenfällen. Gleiches gilt auch für die in Husum stationierten Verbände, das Spezialpionierbataillon 164 in der Julius-Leber- Kaserne und das Flugabwehrraketengeschwader 1 in der Fliegerhorstkaserne, mit insgesamt fast 3000 Soldaten und zivilen Mitarbeitern. In Vertretung des Standortältesten sieht der Stellvertretende Kommodore
des Flugabwehrraketengeschwaders 1, Oberstleutnant Bernhard Vogel, den
substantiellen Beitrag des Waffensystems PATRIOT zum Fähigkeitsprofil
der Luftwaffe als viel versprechenden Garanten für den Erhalt
der Flugabwehrraketenkräfte. Für den Verbleib des Geschwaders
in Husum und Stadum sowie der zugehörigen Friedensausbildungsstätten
auf den ehemaligen Flugplätzen Schwesing und Leck würden die
vergleichsweise kurzen internen Wege, die Nähe zu Verlegehäfen
Luft und See bei Auslandseinsätzen sowie die schon erfolgten und
aktuellen hohen Investitionen in eine in die Zukunft gerichtete Infrastruktur
sprechen. Zudem spiele das Geschwader mit 178 zivilen Auszubildenden in
den Ausbildungswerkstätten in Husum und Leck als zweitgrößter
Ausbildungsbetrieb in Nordfriesland in einer strukturschwachen Region
eine erhebliche arbeitsmarktpolitische Rolle. Weniger Hoffnung auf eine langfristige Existenz war bei der militärischen Führung und den rund 50 Zivilbediensteten im Materiallager Ladelund zu verspüren. Unabhängig von der Entscheidung für eine Privatisierung oder eine militärische Optimierung der Lager und Depots wird die Zentralisierung der Logistik absehbar zur Auflösung an der Peripherie liegender Lager führen. Auch die unzulängliche und veraltete Infrastruktur spricht nicht für den Erhalt des Standortes Ladelund. So setzen die zivilen Bediensteten ihre Hoffnung darauf, dass eine Verkleinerung der Bundeswehr einige Jahre zu vermehrter Materialabsteuerung führen und einen weiteren, aber auch absehbaren Betrieb des Materiallagers am Standort Ladelund erforderlich machen wird. Mit Nachdruck fordert der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates Uwe Broek eine Verlängerung des auslaufenden Tarifvertrages, der nur noch bis zum Ende des Jahres mit Altersteilzeit und besonderer Härtefallregelung geeignete Instrumente vorsieht für einen sozialverträglichen Abbau von Personal vor allem in niedrigen Lohngruppen -, das nicht mehr weiter beschäftigt werden kann und in zumutbarer Entfernung keinen neuen Arbeitsplatz findet. Übereinstimmend an allen Standorten äußerten die Verantwortlichen auf militärischer und ziviler Seite ihr Verständnis für die geplante umfassende Reform der Bundeswehr. Sie verknüpften diese Akzeptanz aber auch mit klaren Forderungen. So gaben sie den Abgeordneten mit auf den Weg, dass die Entscheidungen möglichst bald fallen und langfristig Bestand haben sollten. Die Zeit der Gerüchte und Unsicherheiten müsse ein Ende haben. Ein hohes Maß an Planungssicherheit und Sozialverträglichkeit seien unabdingbar. Verteidigungsexperte Gädechens, derzeit freigestellter Berufssoldat, zeigte auch aus eigener Erfahrung für diese Forderungen vollstes Verständnis und erwartet von der anstehenden Reform, dass diese dann auch konsequent umgesetzt und ordentlich zu Ende gebracht wird. Mit konkreten Standortentscheidungen rechne er jedoch nicht vor Mitte 2011. Sichtlich angetan von den gewonnenen Eindrücken eines informativen Tages versprach er abschließend, sich im Verteidigungsausschuss aus Überzeugung und nachhaltig für den Erhalt der Bundeswehrstandorte in Nordfriesland einzusetzen.
20. März 2010 Der Rundgang wurde von der Messeleitung organisiert. In Begleitung des Bundestagsabgeordneten Ingbert Liebing informierten sich die CDU-Landtagsabgeordneten über die neusten Entwicklungen im Bereich der Photovoltaik auf Dach- und Freiflächen, der Kleinwindanlagen und der Biogaserzeugung. Selbstverständlich wurde das Thema Einspeisevergütung und dessen Auswirkungen auf die unterschiedlichen erneuerbaren Energien intensiv diskutiert. Am Ende des Besuches informierte der Messeleiter Hanno Fecke die Abgeordneten über infrastrukturelle Fragen des Messestandortes Husum vor dem Hintergrund der immer weiter wachsenden Aussteller- und Besucherzahlen bei der New Energy und der noch größeren Husumwind. Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heiner Rickers, zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der Messe mit einem Wachstum von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zeigt dies das enorme Potential dieses Wachstumsmarktes. Die Innovations- und Wirtschaftskraft unseres Mittelstandes kommt im Bereich der erneuerbaren Energien besonders zum Ausdruck. 17. Januar 2010 Ältere Meldungen finden Sie hier. |
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